Kontakt

Assistenzhunde e.V.

Dagmar Tennhoff (1. Vorsitzende)

Aspastraße 15
59394 Nordkirchen

Telefon: 0 25 96/33 37

Kontakt: E-Mail

 

Ich schreibe euch, um allen zu erzählen, welche Bereicherung "ER" für mich ist und möchte vielen Leuten zeigen und sagen: NICHTS ist unmöglich!

Nun stelle ich uns erst einmal vor: Ich bin Bärbel Lasczkowski, 50 Jahre alt und seit 1997 an SCA Typ 6 erkrankt. Der andere, über den ich schreiben möchte, ist mein Assistenz-Begleithund Findus, 2 Jahre alt.

Wie ihr alle selber durch die Erkrankung erfahren musstet, verabschiedet man sich notgedrungen von vielen Dingen, die man selbst gemacht hat.

Bei mir waren es vor allem Sport und Tiere......

 

In 2006 mussten wir unseren Golden Retriever altersbedingt einschläfern lassen. Okay, es war klar, irgendwann kommt der Tag und gehört auch mit dazu. Aus zeitlichen Gründen wollten wir uns erst einmal keinen neuen Hund anschaffen. Für unseren Sohn kauften wir in 2003 ein Pony und einen eigenen Offenstall, der sich direkt bei uns am Haus befand. Mein Sohn ist jetzt 19 Jahre alt und im letzten Jahr ausgezogen. Unser Pony ist nun auf einem Naturgegegnungsbauernhof für geistig behinderte Kinder und läuft dort als Therapiepony. 

Jegliche Verantwortung, die meinen Alltag mit bestimmt haben - waren weg. Jetzt merkte ich, wie viel mir fehlte und wie wie viel ich nicht mehr selbst machen konnte. Meine Krankheit hatte mich schon gut im Griff und darüber war ich war sehr traurig. Ich musste mich völlig neu orientieren und merkte, dass Tiere mir sehr fehlten. Es war für mich undenkbar wieder einen Hund anzuschaffen.

In meiner Situation: Nur noch kurze Strecken mit dem Rollator, ansonsten nur noch irgendwie mit dem E-Rolli.

Es müsste also ein Hund sein, der mit mir und ich mit ihm gut zurecht kommen würde. Also ein Assistenzhund!

Ein ausgebildeter Assistenzhund saß finanziell nicht drin. Es war immer wieder ein großes Thema für mich, aber ich sah keine Möglichkeit der Umsetzung. Wieder merkte ich, was ich alles nicht erreichen konnte. Eine Welt brach wieder einmal für mich zusammen.

Dank meiner Schwester, die einen Bericht im Fernsehen über : "Bilde deinen Assistenzhund selbst aus" , sah, befasste ich mich ganz vorsichtig noch einmal mit dem Thema. Nach vorsichtigem "rantasten", (ich wollte nicht mehr so euphorisch sein, sondern erst mal abwarten), stellte ich heraus, es war denkbar möglich.

Durch einen Spendenaufruf haben ganz viele, liebe Menschen dazu beigetragen, dass ich die Selbstausbildung meines Assistenzhundes finanzieren konnte. Mein Dank gilt allen, die mir dabei geholfen haben.

Nun konnte ich mich endlich mit Dingen befassen, die dazu gehörten. Welche Hunderasse ist geeignet, wie finde ich einen guten Züchter und einen Hundeausbilder?

Es nahm alles seinen Lauf. Wir fanden eine Ausbilderin, Dagmar Tennhoff, Hundeschule Canis Fidus in Nordkirchen. Unser Favorit war wieder ein Golden Retriever und es sollte ein Winterwurf sein, damit der Welpe im Frühjahr bei uns einziehen konnte. So hatten wir das Frühjahr und den Sommer für die intensive Welpenzeit. Wir entschlossen uns für einen Golden Retriever Züchter in Hessen. Gemeinsam mit meinem Logopäden suchte ich einen Namen für den Hund, den ich trotz fortschreitender Krankheit auch in Zukunft noch gut aussprechen kann.

Jetzt war alles vorbereitet, der Welpe konnte also gezeugt, geboren werden und zu uns kommen. Alles in allem war stimmig.

Es verging kein Tag, an dem ich nicht daran dachte und wir durchlebten eine sehr aufregende, bewegende Zeit.

Nun war es endlich soweit, am 17. Februar 2014 wurden 12 Welpen geboren. Als die Welpen 5 Wochen alt waren, fuhren wir gemeinsam mit unserer Ausbilderin zum Züchter. Alle 12 Welpen, samt 3 Hündinnen, kamen auf uns zugelaufen. Ich war hoffnungslos überfordert. Wie sollte ich mich da entscheiden?

Aber nein - DA WAR ER!!! Der kleine weiße Welpe mit einem schwarzen Blitz auf der Nase - unser FINDUS. Aufgrund seines Markels war er, wie auch ich, nicht perfekt. Am 19. April 2014 zog Findus dann bei uns ein.

Mittlerweile hatte die Ausbildung schon begonnen. Wir konnten das theoretisch Gelernte an anderen Hunden, die zu der Zeit in Ausbildung waren, gut praktisch anwenden.

Am Anfang dachte ich: "Das schaffe ich nicht - vorab viel theoretisches Fachwissen und dann die Umsetzung in die Praxis." Meine Selbstzweifel waren schon sehr groß.
Inzwischen bin ich mächtig stolz auf mich und meinen Hund Findus.

Zweifelt nicht an euch - macht es. Wer zu viel zweifelt, der verzweifelt.

Findus wird im Februar 2 Jahre alt. Unsere Ausbildung ist fast abgeschlossen und wir stehen kurz vor Prüfung zum Assistenz-Begleithund. Ich glaube wir sind ein tolles Team.
Mein Hund hilft mir in vielen alltäglichen Situationen, wie z.B. Wäsche anreichen, die Waschmaschine oder den Trockner ausräumen, aufheben was mir herunterfällt, Dinge festhalten oder tragen, wie z.B. mein Portemonnaie, Schlüssel und weitere Gegenstände. Auf Signal betätigt Findus ein Gerät, dass einen Notruf an eine Zentrale sendet.

Ich kann euch gar nicht sagen, was sich für mich alles verändert hat. Angefangen damit, dass ich wieder mehr Energie für andere Dinge des Lebens habe, sich meine emotionale Stimmung wesentlich verbessert hat, bin ich wieder selbstbewusster und offener für vieles geworden.

Findus ist eine absolute Bereicherung.